Morgenroutine: Ideen festhalten und Gedanken ordnen mit Morgenseiten

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Oh Hilfe, fängt die jetzt auch noch an mit Morgenroutinen?!

Keine Angst, ich werde Dir jetzt ganz bestimmt nicht erzählen, dass Du jeden Morgen um vier Uhr aufstehen sollst, damit Du Dich in Ruhe zwei Stunden kreativ beschäftigen kannst, bevor Deine Kids aufwachen. Und ihnen dann besonders liebevoll begegnen kannst, weil Du ja Deinen kreativen Tank schon gefüllt und etwas für Dich getan hast.

Wenn das für Dich funktioniert, mega. Du hast meinen vollen Respekt (und Neid). Ich persönlich nehme lieber jede Sekunde Schlaf mit, die ich bekommen kann – auf meine geliebten 8-9 Stunden komme ich sowieso wahrscheinlich erst wieder, wenn meine Kinder irgendwann ausziehen.

Warum ich dann trotzdem von Morgenroutinen anfange?

Morgenroutine: Ideen, Gedanken und Sorgen sortieren

Wenn ich es morgens schaffe, bewusst und mit klarem Kopf in den Tag zu starten, macht das tatsächlich einen himmelweiten Unterschied für den Rest des Tages. Ich drifte nicht desorientiert von der Küche ins Arbeitszimmer und zurück. Stattdessen habe ich die nötige Klarheit, um den Tag strukturiert anzugehen. Dabei hilft zum einen natürlich eine gut geführte To-Do-Liste oder ein Planer (in meinem Fall ein Bullet Journal) – zum anderen aber eben auch eine gewisse Morgenroutine, die mich dabei unterstützt, in die Tagesstruktur zu finden.

Es gibt viele Möglichkeiten, eine Morgenroutine zu gestalten: Sport, Meditation oder Tagebuch schreiben sind wohl die meistgenannten. Manche schwören darauf, morgens ein paar Seiten zu lesen, andere auf ein großes Glas Wasser direkt nach dem Aufstehen. Für mich steht an erster Stelle, dass mir die Morgenroutine Struktur geben soll – denn von Natur aus bin ich eben auch im Kopf eher der Typ „kreatives Chaos“.

Morgenseiten helfen, den Kopf zu sortieren

Hier kommen die Morgenseiten ins Spiel. Mit diesem Konzept flirte ich schon seit Jahren immer wieder. Es kommt aus dem Buch „Der Weg des Künstlers“* von Julia Cameron und geht im Wesentlichen so: Jeden Morgen direkt nach dem Aufstehen sollen drei Seiten Fließtext geschrieben werden – einfach das, was einem durch den Kopf geht, ohne Struktur, ohne Zensur, ohne Regeln. Wenn man das regelmäßig macht, verspricht die Autorin, helfen die Morgenseiten, den Kopf freizubekommen, Ideen festzuhalten, Gedanken zu sortieren und Themen zu identifizieren, die einen (vielleicht auch unbewusst) beschäftigen.

Dadurch fällt es anschließend leichter, mit Klarheit und Struktur in den Tag zu starten. Auch für die Kreativität sind die Morgenseiten sehr förderlich: Ideen geraten nicht mehr in Vergessenheit und Du machst gleichzeitig den Kopf frei für neue Inspiration.

Klingt super, oder? Du hast jetzt wahrscheinlich den Eindruck gewonnen, dass ich selbst schon lange Morgenseiten schreibe und so begeistert bin, dass ich Dir unbedingt davon erzählen musste. Tatsächlich bin ich bisher aber immer wieder gescheitert bei dem Versuch, Morgenseiten für mich zu einer Gewohnheit zu machen. Dabei bin ich überzeugt, dass sie ein wirklich fantastisches Werkzeug sein können!

Warum Morgenseiten bisher für mich nicht funktioniert haben

Das Grundprinzip der Morgenseiten ist einfach: Chaos raus aus dem Kopf und rauf aufs Papier. Dadurch Ruhe und Struktur im Kopf, Offenheit für neue Ideen, vorhandene Ideen werden festgehalten und weiterentwickelt.
Damit man den Kopf wirklich komplett „ausleert“, empfiehlt Julia Cameron, drei Seiten Fließtext (von Hand!) zu schreiben.

Hier ist meine erste Schwierigkeit: Wie groß sollen diese Seiten sein und wie groß schreibe ich? Abhängig von diesen Faktoren können drei Seiten eine sehr unterschiedliche Menge Text beinhalten. Drei Seiten A4 in meiner Handschrift zu füllen hat mich teilweise eine halbe Stunde gekostet. Zum Ende hin tut mir die Hand weh, mir fällt nichts mehr ein und ich bin genervt statt entspannt.

Dann kommt die zweite Schwierigkeit: Schreibe ich nur spontanen Fließtext und lege ihn danach beiseite, fühlt sich das für mich an, als würde ich den Prozess bei der Hälfte unterbrechen. Mir kommen beim Schreiben oft Gedanken dazu, was an dem Tag wichtig ist, welche Ideen ich umsetzen möchte oder was ich nicht vergessen darf. Damit kann ich aber nicht viel anfangen, wenn ich diese Punkte einfach im Fließtext stehen lasse, statt sie sinnvoll zu strukturieren.

Drittes Problem: Ich habe ein Kleinkind zu Hause. Wenn sie unter der Woche in der Kita ist, kann ich mir relativ problemlos die Zeit nehmen, meine Morgenseiten zu schreiben. Am Wochenende sieht das schon ganz anders aus – ebenso, wenn sie zum Beispiel krank ist oder die Kita geschlossen hat.

30 Tage Morgenroutine à la Judith

Weil ich aber, wie gesagt, immer noch fest an das Prinzip der Morgenseiten glaube, habe ich nun für mich ein abgewandeltes Konzept entwickelt:

  • Statt mir eine feste Seitenzahl vorzunehmen, stelle ich einen Timer auf 15 Minuten. Diese Zeit nutze ich zum „freien Schreiben“. Ob dabei am Ende eine Seite herauskommt oder fünf, ist egal.
  • Nach diesen 15 Minuten nehme ich mir noch einmal mindestens 5-10 Minuten Zeit um zu schauen, ob sich aus dem Geschriebenen z.B. konkrete To Dos ergeben. Diese übertrage ich dann in mein Bullet Journal.
  • Ich habe nicht die Anspruch, die Seiten direkt nach dem Aufwachen zu schreiben, sondern nutze die Zeit, in der Papa die Kleine in die Kita bringt. An manchen Tagen (Wochenende, Kind krank…) wird das nicht funktionieren, dann setze ich einfach aus.

Mit dieser Herangehensweise nehme ich den Druck heraus und optimiere die morgendliche Routine gleichzeitig für meine eigenen Bedürfnisse. Dieses Prinzip werde ich jetzt etwa 30 Tage testen und Dir dann berichten, wie es für mich funktioniert hat. Du bist herzlich eingeladen, mitzumachen – nach dem ursprünglichen Konzept, nach meinem Konzept oder eben so abgewandelt, wie es für Dich passt. Ich bin gespannt auf Dein Fazit!

Falls Du Morgenseiten schon kennst und selbst anwendest oder schon einmal angewandt hast, erzähl mir sehr gerne von Deinen Erfahrungen in den Kommentaren!

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2 Gedanken zu „Morgenroutine: Ideen festhalten und Gedanken ordnen mit Morgenseiten“

  1. Das klingt super!

    Das möchte ich auch ausprobieren, werde es aber wohl noch kleiner machen, damit ich überhaupt anfange…: vielleicht Timer auf 5 Minuten frei schreiben und danach vielleicht 5-10 Minuten strukturieren. Vielleicht ist das auch zu kurz, aber ausprobieren möchte ich es. Bin ja gespannt drauf.

    Und bin gespannt auf deinen Bericht, ob und wie du es umsetzen konntest!

    1. Liebe Nina, kleiner anfangen ist immer eine gute Idee, wenn es bei der Umsetzung hilft. Danke für den Impuls! Ich bin gespannt, wie es für Dich funktioniert!

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