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Nehmen sich kreative Menschen automatisch Zeit für ihre Kreativität?

kreative menschen muessen ihre kreativzeit auch bewusst priorisieren

Du hältst Dich nicht für sonderlich kreativ. Im Alltag balancierst Du viele unterschiedliche Rollen, aber Künstlerin ist bislang keine davon gewesen. Wirklich kreative Menschen, denkst Du, würden sich doch wie selbstverständlich Zeit für ihre Kreativität nehmen! Also kann ich dazu ja nicht gehören.

Du ahnst wahrscheinlich schon, dass ich Dir hier widersprechen werde.

Denn natürlich stimmt das so nicht. Du hast viel zu tun. Und wenn Du ehrlich bist, schaffst Du ohnehin selten alles, was Du Dir vorgenommen hast. Es ist vollkommen logisch, dass dabei so „unnötige“ Tätigkeiten wie kreatives Austoben ganz hinten angestellt werden. Das hat nichts damit zu tun, dass Du keine Kreativität in Dir trägst. Erinnere Dich einmal zurück an Deine Kindheit!

Unsere Gesellschaft ist nur nicht darauf ausgelegt, dass wir uns diese kreative Ader im Erwachsenenalter erhalten. Kinder können spielen, malen und sich Geschichten ausdenken. Erwachsene haben vernünftig zu sein, einen „ordentlichen Job“ zu erlernen, sich um den Haushalt und die Kinder zu kümmern – und erst ganz zuletzt um sich selbst.

Deswegen: Wundere Dich nicht, wenn Dir erst einmal hundert Gründe einfallen, warum es jetzt nicht geht, Dein Art Journal aus der Schublade zu holen oder den Aquarellmalkurs zu belegen, der Dich so interessieren würde.

Aber glaube mir: Es geht doch. Fast immer ist es möglich, Zeit für ein (neues) kreatives Hobby in Deinem Alltag zu schaffen. Und ich bin absolut der Meinung, dass Du das tun solltest!

Dafür habe ich hier drei der wichtigsten Argumente zusammengefasst, warum Deine Kreativzeit es absolut verdient hat, dass Du sie priorisierst.

(Übrigens: Ich habe eben „fast immer“ gesagt. Es gibt (selten!!) Situationen, in denen wirklich keine Zeit übrig ist. Darüber habe ich hier geschrieben.)

Jetzt lass uns aber über die Gründe sprechen, Deine Kreativität zu priorisieren:

Es ist leicht, beschäftigt zu sein. Solltest Du wirklich einmal Gefahr laufen, Dich zu langweilen, findet Dein Umfeld bestimmt ganz schnell eine neue Beschäftigung für Dich.

Wenn Du Deine Zeit nicht für Dich beanspruchst, werden es die Menschen um Dich herum jederzeit gern tun!

Dabei gibt es nur ein Problem: Wenn zwischen allem, was Du für andere tust, keine Zeit mehr für Dich bleibt, ist das ein todsicherer Garant für langfristig schlechte Laune, die sich dann wiederum auch auf Dein Umfeld auswirkt.

Wenn Deine Reserven aufgebraucht sind, kannst Du nicht mehr geben.

Gerade für die Menschen, die Dich am dringendsten brauchen, ist es also wichtig, dass Du Dir auch Zeit für Dich selbst nimmst.

Also gibt es absolut keinen Grund, warum Du ein schlechtes Gewissen dabei haben solltest, Dir bewusst Zeiträume nur für Dich zu schaffen. In diesen kleinen Zeit-Oasen lädtst Du Deine Batterien auf. Du kommst wieder bei Dir an und tankst Kraft. Voll neuer Energie kannst Du dann auch wieder für die Menschen um Dich herum da sein.

Klar könntest Du Dich mit Deiner neu gewonnenen Ich-Zeit auch einfach in die Badewanne legen und eine Klatschzeitschrift lesen.

Wahrscheinlich würde das weniger Zeit und Geld beanspruchen als der Merinowolle-Pullover mit dem komplizierten Zopfmuster, den Du zu stricken beschlossen hast.

Aber: Deine Kreativzeit ist ja nicht nur ein Rückzug, es ist auch eine Gelegenheit für Dich, etwas Neues zu erschaffen. Ob das ein Pullover oder ein Aquarell-Gemälde ist:

Kreatives Schaffen ist immer produktiv in dem Sinne, dass Du etwas erschaffst, das es vorher noch nicht gab. Das macht glücklich!

Kreative Projekte geben Dir die Möglichkeit, Dich selbst, Deinen Geschmack, Deine Gedanken, Deine Vorlieben – kurz: Dein Inneres – nach außen zu bringen. Es ist ein Prozess des Selbst-Ausdrucks, der Dir viel mehr gibt, als es die Klatschzeitschrift jemals könnte.

Plus: Am Ende hast Du vielleicht etwas geschaffen, das Dir so gut gefällt, dass es zukünftig Deine Wohnung dekoriert oder  Teil Deines Lieblingsoutfits wird.

Dass Du im Verlauf dieses Prozesses auch vieles erschaffen wirst, was Dir überhaupt nicht gefällt, gehört ebenso dazu.

Gib Dir die Erlaubnis, auch hässliche, schlechte Kunst zu schaffen. Wie David Young so treffend sagte: „Jeder große Künstler hat einen Schrank voll schlechter Gemälde.“

Das Thema „schlechte Kunst“ bringt uns auch zum letzten Punkt. Am Anfang produzierst Du davon wahrscheinlich ziemlich viel.

Das Zopfmuster des Pullovers scheint ein Ding der Unmöglichkeit – zudem sind Deine Maschen nicht annähernd so regelmäßig wie auf dem Foto in der Anleitung.

Deine Aquarellfarben laufen ineinander und bilden eine braune Pfütze statt des eleganten Ombre-Effekts, den Du Dir vorgestellt hattest.

Die Nase, die Du gerade gezeichnet hast, würdest Du Deiner schlimmsten Erzfeindin nicht wünschen.

Glaub mir – das ist normal. Auch wirklich talentierte, kreative Menschen machen schlechte Kunst. Und zwar viel davon! Vor allem am Anfang – und auch später immer wieder.

Aber irgendwann ist da plötzlich der Moment gekommen, wo Du Dein fertiges Werk betrachtest und… nanu… zufrieden? bist.

Und Du merkst: Vor ein paar Wochen hättest Du das noch nicht gekonnt.

Wenn Du Dir regelmäßig Zeit für Deine kreativen Projekte nimmst, wirst Du immer besser werden. Du gewinnst an Übung, Deine Maschen werden regelmäßiger und Deine Nasen ansehnlicher. Irgendwann weißt Du auch, wie nass das Papier sein darf, damit die Farben genau so verlaufen, wie Du es Dir gewünscht hast.

Überrascht stellst Du fest, dass Du vielleicht gar nicht so unbegabt bist, wie Du befürchtet hattest.

In der regelmäßigen Auseinandersetzung mit Deinen Projekten und dem Schärfen Deiner Fähigkeiten gewinnst Du ein Selbstvertrauen, das sich bis weit über Deine Kreativzeit hin auswirken kann.

Du stärkst Deine Selbstwirksamkeit, denn Du weißt jetzt: Wenn ich übe, werde ich besser. Wenn ich will, kann ich alles lernen.

Dieses Gefühl ist in allen Deinen Lebensbereichen wahnsinnig wertvoll – und Deine Kreativzeit kann Dir helfen, es zu stärken!

Da soll noch einmal jemand sagen, was Du da machst, wäre „nur“ ein „sinnloses Hobby“.

Überzeugt? Dann schreib‘ Dir jetzt direkt deinen nächsten Blocker für „Kreativzeit“ in den Kalender. Wenn Du noch nicht weißt, wo Du anfangen sollst – wie wäre es mit Deinem ersten eigenen Art Journal?

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