Hintergrund malen im Art Journal: Vier einfache Ideen mit Acrylfarbe

Egal ob Anfängerin oder Art Journaling-Profi: Leere, weiße Seiten können uns ganz schön Respekt einflößen. Wenn noch nichts auf dem Papier ist, tragen wir oft den Gedanken in uns, dass wir die Seite gleich „ruinieren“ könnten. Deswegen möchte ich Dir heute eine einfache Möglichkeit zeigen, diese Hürde aus dem Weg zu räumen – nämlich, den einen oder anderen Hintergrund schon im Vorfeld und quasi „auf Vorrat“ zu malen.

An Tagen, an denen ich mich nicht besonders kreativ-produktiv fühle, erstelle ich manchmal einfach nur ein paar neue Hintergründe in meinen Art Journals. (Das geht übrigens auch super, wenn Du nur sehr wenig Zeit hast – die meisten der Hintergründe, die ich Dir gleich zeige, dauern nur ein paar Minuten!)

Wenn ich dann das nächste Mal nicht weiß, was ich gestalten will oder wo ich anfangen soll, blättere ich mein Art Journal durch und betrachte die Seiten, auf denen schon ein Hintergrund gestaltet ist. Was davon interessiert oder inspiriert mich? Wo habe ich spontan Lust, weiter zu gestalten? Das ist oft leichter, als komplett bei Null anzufangen.

In diesem Beitrag zeige ich Dir vier Möglichkeiten, wie Du mit Acrylfarbe schnelle und sehr unterschiedliche Hintergründe erschaffst.

1. Zweifarbigen Hintergrund mit Gradient malen

zweifarbigen hintergrund malen

Vielleicht die einfachste Methode von allen: Suche Dir zwei Farben aus. Es ist egal, für welche Du Dich entscheidest – Du solltest nur beachten, dass wir sie mischen werden. Komplementärfarben wie rot/grün oder blau/orange eignen sich deswegen nicht so gut, weil sie sich zu eher matschigen Brauntönen vermischen. Am besten nimmst Du zwei warme oder zwei kühle Farbtöne – oder, wie hier im Beispiel, schwarz und weiß. Wenn sie sich stark ähneln, wirst Du sanfte Ombre-Effekte erzielen – wenn sie sehr unterschiedlich sind, starke Kontraste.

Bemale nun mit Deinen beiden Farben Deinen Spread. Wenn Du mit der zweiten Farbe startest, so lange die erste noch nicht getrocknet ist, kannst Du sie direkt auf dem Papier vermischen und so viele unterschiedliche Abstufungen zwischen den Farbtönen erzielen. Achte nur darauf, dass Du auch Flächen stehen lässt, in denen die Farben sich nicht mischen, dann wirkt der Hintergrund insgesamt interessanter.

Wenn Dir das Ergebnis gefällt, lasse es komplett trocknen, bevor Du damit weiter arbeitest.

2. Hintergrund spachteln mit Scheckkarten

hintergrund mit gespachtelter acrylfarbe

Auch für diese Technik empfehle ich Dir, zwei oder maximal drei Farben zu benutzen. Suche Dir eine alte Scheckkarte, die Du nicht mehr brauchst (Gutschein-Karten oder abgelaufene Kreditkarten eignen sich dafür perfekt!) und drücke etwas Farbe aus der Tube direkt auf die Karte. Dann streichst Du damit über das Papier – mal länger, mal kürzer, so dass Farbflächen wie oben im Bild entstehen. Lass die erste Farbe dann trocknen und wiederhole das Gleiche mit der zweiten Farbe.

Ich verziere dann gerne den Hintergrund noch mit ein wenig Mark-Making (im Bild habe ich mich für Dreiecke entschieden. Alternativ könntest Du hier auch mit einer dritten Farbe noch Farbtupfer setzen! Auf so einem Hintergrund arbeite ich gerne mit Collage-Elementen weiter.

3. Hintergrund aus Rohrschach-Klecksen malen

Für die dritte Methode brauchst Du wieder ein paar unterschiedliche Acrylfarben (möglichst auch hier keine Komplementärfarben, da sich die Farbkleckse unweigerlich mischen werden). Kleckse die Farben auf eine Seite Deines Papiers, so wie im Bild gezeigt.

Dann, bevor die Kleckse antrocknen können, drückst Du die Doppelseite zusammen und streichst ein wenig darüber, damit sich die Farben schön verteilen. Wieder öffnen – fertig sind Deine Rohrschach-Kleckse!

Hier solltest Du besonders darauf achten, den fertigen Hintergrund gut trocknen zu lassen, bevor Du das Art Journal wieder schließt, weil die Farbschicht in der Regel an manchen Stellen relativ dick ist. Wenn Du das Journal zu früh zuklappst, kann es Dir passieren, dass die Seite verklebt.

hintergrund aus rohrschachklecksen malen

Du kannst diesen Hintergrund entweder einfach als farblichen Startpunkt nehmen und zum Beispiel mit Collage oder auch einer weiteren Schicht Acrylfarbe weiterarbeiten – oder Du überlegst Dir, was Du in den Klecksen siehst und arbeitest damit weiter. Ich sehe im obigen Bild zum Beispiel zwei Motorradfahrer, die nebeneinander fahren – nicht unbedingt ein Motiv, mit dem ich spontan viel anfangen kann, aber wir werden sehen! Was siehst Du?

4. Farbreste-Verwertung als Hintergrund nutzen

Last but not least: Meine Lieblingsmethode, um zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen. Wenn Du nach dem Malen noch Farbe auf dem Pinsel oder der Palette übrig hast, widme eine Seite in Deinem Art Journal diesen Farbresten. Über mehrere Sitzungen malst Du die übrige Farbe einfach auf diese Seite oder streifst daran Deine Pinsel ab. Irgendwann hast Du einen vielschichtigen, bunten Hintergrund, auf dem Du wunderbar weiter malen oder gestalten kannst. Zwei Beispiele siehst Du hier:

farbreste als hintergrund verwenden

Diesen letzten Hintergrund habe ich übrigens gerade erst genutzt, um eine Idee umzusetzen, die mir seit ein paar Tagen im Kopf herumschwirrt. So sieht der fertige Spread aus. Ich liebe ihn! Besonders bei dem Herzen finde ich die Farben fantastisch. Manchmal sind eben die ganz absichtslos entstandenen Hintergründe die allerbesten…

art journal mit hintergrund aus farbresten

Jetzt Du: Welche der Methoden möchtest Du ausprobieren? Wenn Du schon eine getestet hast, freue ich mich sehr, wenn Du Deine Erfahrung damit in den Kommentaren teilst!

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