Frühlingserwachen im Art Journal: Das hilft nach einer kreativen Pause

Ich habe ja in diesem Beitrag schon erzählt, dass ich eine ziemlich lange Zeit über keinen Pinsel angerührt habe (und auch, warum das passiert ist).

Vielleicht kennst Du das auch, dass es nach einem solchen kreativen „Winterschlaf“ oft schwer fällt, den Einstieg wieder zu finden. Bei den ersten vorsichtigen kreativen Gehversuchen nach einer längeren Pause meldet sich bei mir oft der Perfektionismus.

Dann denke ich, jeder Spread in meinem Art Journal müsste eine tiefergehende „Message“ haben und meine innersten Gefühle nach außen bringen. Jede Seite müsste mit besonders ausgefallenen Techniken und Materialien gestaltet sein. Alles, was ich gestalte, müsste genau auf den Punkt bringen, was ich ausdrücken möchte.

Und so starrt man dann die leeren Seiten an und traut sich nicht, loszulegen. Denn mit diesem Anspruch ist Scheitern natürlich vorprogrammiert.

Mut zur Oberflächlichkeit

Dabei ist es doch gerade das, was ich am Art Journaling so liebe: Dass wir unperfekt sein dürfen. Dass wir ausprobieren können. Dass wir zwischen den tiefgründigen, perfekt umgesetzten Spreads auch viele mittelmäßige, oberflächliche, langweilige, schlechte und richtig grottige Seiten haben dürfen.

Denn auch wenn es sich nicht unbedingt so anfühlt, bringen diese „gescheiterten“ Spreads uns genauso näher an unsere Kreativität.

Wenn ich mich mit solchen Gefühlen herumschlage, hilft mir folgende Strategie: Ich suche mir ganz bewusst ein oberflächliches Thema. Es ist dann einfach nicht der richtige Zeitpunkt, um im Art Journal die widersprüchlichen Gefühle zu bearbeiten, die meine Schwangerschaft in mir auslöst.

Um mich an solche Themen heranzuwagen, brauche ich persönlich einen gewissen „kreativen Groove“. Für den wiederum braucht es eine kreative Routine, in der ich täglich oder zumindest mehrmals wöchentlich vor meinem Art Journal sitze.

Stattdessen suche ich mir also ein ganz banales Thema.

In meinem Fall ist das gerade: Frühling. Seit die ersten Krokusse in unserem Gartenbeet aufgetaucht sind, bewundere ich die Farbenpracht, die sich inzwischen von lila-weiß-gelb zu gelb-orange-rot gewandelt hat. Die ersten Blumen des Jahres geben mir immer dieses wundervolle Gefühl von Frühlingserwachen. Ein tolles Thema, um im Art Journal einfach ungezwungen mit ein bisschen Farbe zu experimentieren.

Weniger ist mehr!


Das bringt mich zur zweiten Strategie, die mir den Wiedereinstieg ins Art Journaling erleichtert: Ich lasse (fast) alle Materialien links liegen. Wenn ich an diesem Punkt versuche, mich für Collage-Elemente zu entscheiden oder eine ganz neue Maltechnik auszuprobieren, fühle ich mich schnell überfordert.

Also heißt es: back to the basics.

Die Seiten, die Du hier sehen kannst, sind mit Acrylfarben und einigen wenigen Stiften entstanden – ein weißer Posca-Marker, ein blauer Filzstift… mehr habe ich bewusst nicht verwendet. Nur einmal habe ich spontan noch ein bisschen Kraftpapier eingeklebt, das von diesem Projekt übrig war und schon neben mir auf dem Tisch lag.

Lass den Frühling herein…

Wenn Du auch gerade in einem kreativen Tief steckst, kann ich Dir wirklich nur empfehlen, diese Herangehensweise einmal auszuprobieren. Gerade jetzt um Ostern gibt es so viele Blumen und bunte Farben überall.

Lass Dich inspirieren und fülle ein paar Seiten in Deinem Art Journal ganz ohne Hintergedanken. Hab nicht den Anspruch, damit irgendetwas ausdrücken zu wollen. Freue Dich einfach über die Farben und das Gefühl, das sie Dir beim Malen geben.

Mehr muss gar nicht sein!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.