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Alles zu viel: Wenn Du WIRKLICH keine Zeit für Kreativität hast…

zeit für kreativität - ideenstunde

„Ich verstehe ja, was Du meinst, wenn Du sagst, dass es oft eine Frage der Prioritäten ist. Aber gerade ist einfach alles zu viel. Ich habe WIRKLICH keine Zeit für meine Kreativität – so gerne ich sie priorisieren würde!“

Oktober 2020. Ich sitze in der Wohnung, die wir vor ein paar Wochen bezogen haben und frage mich, ob ich wohl jemals wieder malen werde. Seit dem Umzug stapeln sich meine Art Journals und das Zubehör in einer Ecke und setzen dort Staub an.

Der Hauptgrund dafür ist zwei Monate alt und beschäftigt sich noch ungern allein. Dazu all die Organisation rund um den Umzug, die steigenden Zahlen, die Unterstützung durch die Familie erschweren, und ein Coronafall sowie ein (nicht Corona-begründeter) Krankenhausaufenthalt in meinem engsten Umfeld.

Zeit für mich? Schwieriges Thema gerade.

Was tun, wenn Deine kreative Routine ins Wanken gekommen ist?

Es ist natürlich frustrierend. Vielleicht warst Du schon eine Weile richtig gut dabei. Du hast Dir regelmäßig Zeit eingeräumt und Deine Kreativität so richtig genossen. Deine Art Journals haben sich gefüllt und Du hast vor Ideen nur so gesprudelt.

Und dann ist irgendwas passiert. Du bist umgezogen, hast einen neuen Job angefangen, ein Kind bekommen, einen Schicksalsschlag erlebt. Dein Kopf ist einfach gerade woanders – verständlicherweise.

Eigentlich dachtest Du, dass Deine Kreativzeit schon richtig gut etabliert wäre, eine solide Gewohnheit, auf die Du zu Recht stolz warst.

Und jetzt – schwupp – ist die Gewohnheit futsch, als hätte es sie nie gegeben. Ungläubig betrachstet Du Deine Art Journals und fragst Dich, wo Du denn für all das die Zeit gefunden hast. Jetzt gerade ist Dein Leben so voll und überwältigend, da kannst Du auf keinen Fall zu diesem Level zurück.

Beruhigt es Dich, wenn ich Dir sage, dass Du das gar nicht musst?

Es ist einfach gerade alles zu viel…

Manchmal will das Leben sehr viel von Dir. Besonders bei einschneidenden Veränderungen ist es völlig normal, dass nicht gleich wieder alles so funktioniert wie vorher. Wenn Du dann auch noch von Dir selbst erwartest, dass Du genau so weiter machen musst wie immer, baust Du nur unnötigen Druck auf.

Manchmal hat Deine Kreativität eben Nebensaison, weil etwas anderes gerade sehr viel Zeit beansprucht. Ein Neugeborenes zum Beispiel hat automatisch Priorität. Ebenso ein krankes Familienmitglied oder auch ein Umzug ans andere Ende des Landes. Es ist völlig okay, dass manche Dinge nun einmal wichtiger sind als Deine Kreativzeit.

Also: Erstmal durchatmen. Die Situation ist, wie sie ist. Du kannst sie annehmen und musst Dich nicht schlecht fühlen, wenn Du gerade nicht die Energie, Zeit oder Kraft hast, so kreativ zu sein wie vorher. Jetzt ist eben Nebensaison für Deine Kreativität.

Nur eine Phase – oder der Anfang vom Ende?

„Es ist nur eine Phase“ – der Lieblingssatz junger Eltern. Oft bezieht man diese Aussage nur auf die Kinder – letztlich gilt sie aber genauso für Dein Leben. Vielleicht ist diese Phase, in der Du weniger Zeit für Deine Kreativität hast, nur kurz. Manchmal – zum Beispiel nach der Geburt eines Kindes – kann sie durchaus mehrere Monate dauern.

Aber wie kannst Du sicher stellen, dass diese kreative Nebensaison nur eine Phase bleibt und nicht den Anfang vom Ende für Deine Kreativität bedeutet?

Mein wertvollster Tip an dieser Stelle: Bleib am Ball.

Okay, Du hast gerade deutlich weniger Zeit und Energie. Das bedeutet aber nicht, dass Du ÜBERHAUPT GAR KEINE Zeit und Energie hast. Auch, wenn es sich vielleicht so anfühlt, als sei wirklich ALLES zu viel.

Denk wirklich klein – und dann noch ein bisschen kleiner. Fünf Minuten. Oder zwei. Zwei Minuten hast Du wirklich jeden Tag.

art journaling wenn alles gerade zu viel ist - art journaling mit wenig zeit

Zwei Minuten Zeit für Kreativität

Aber was macht man mit zwei Minuten? Oder auch mit fünf? Lohnt sich das überhaupt? Natürlich! Vor allem, wenn Du ein Art Journal hast.

Klar: Du wirst in dieser kurzen Zeit keine Meisterwerke vollbringen. Das ist aber auch gar nicht der Sinn der Sache. Diese zwei Minuten sind ein Signal an Deine Kreativität. Sie sagen Deiner inneren Künstlerin: Ich habe Dich nicht vergessen, Du bist mir wichtig. Und darum geht es. Meisterwerke kannst Du später wieder erschaffen!

Was kannst Du also in zwei Minuten machen? Wenn Du die Möglichkeit hast, Dein Art Journal irgendwo liegen zu lassen, ohne dass es im Weg umgeht, kannst Du einen Spread auch nach und nach gestalten: Immer, wenn Du Zeit hast, fügst Du eine Kleinigkeit hinzu. Bei dem im Bild gezeigten Spread habe ich die einzelnen Söckchen zum Beispiel über mehrere Tage verteilt nach und nach ausgemalt.

Ansonsten kannst Du auch ein paar Hintergründe für Dein Art Journal gestalten – entweder direkt im Journal oder einfach auf Druckerpapier, das Du später zurechtschneiden und einkleben kannst. Und wenn es ein einziger Klecks ist – es geht ums Dranbleiben.

Die Mikrowellen-Taktik

Eine Art Journalerin hat mir zum Beispiel einmal erzählt, dass sie in stressigen Lebensphasen ein kleines Art Journal neben der Mikrowelle platziert hat. Immer, wenn sie etwas in der Mikrowelle erhitzt, nutzt sie die paar Minuten (manchmal nur 30 Sekunden) und arbeitet an ihrem aktuellen Spread weiter. Ein paar Linien, ein bisschen Mark-Making, drei Farbkleckse, oder was eben in die Zeit passt.

Es dauert natürlich länger, bis ein Spread fertig wird, aber sie behält auf diese Weise das Art Journaling trotzdem als ein ihr wichtiges Ritual bei. Genial, oder? Ich würde das zu gerne auch so einführen – aber rund um meine Mikrowelle ist leider überhaupt kein Platz!

Irgendwas ist immer?

Noch ein ganz wichtiger Punkt: Sei ehrlich zu Dir selbst. Auf Dein ganzes Leben bezogen sind solche Phasen, in denen wirklich kaum Zeit ist, eher die Ausnahme als die Regel. Klar gibt es die Zeiten, in denen einfach alles zu viel ist. Aber wenn Du das Gefühl hast, bei Dir hat IMMER etwas anderes Priorität, dann frage Dich: Ist gerade wirklich eine solche Ausnahme-Phase – oder gibt es einen anderen Grund, weshalb Du Deine Kreativität nicht priorisierst?

Es gibt diese Phasen, wo es wirklich die Zeit ist, die knapp ist. Definitiv. Aber wenn Du beim Lesen dieses Artikels ins Grübeln gekommen bist, ob Du Dich wirklich in einer solchen Phase befindest oder ob das mit der Zeit nicht eher ein Dauerproblem ist – dann lohnt es sich, genauer hinzusehen und herauszufinden, was wirklich dahintersteckt.

Wenn Du dabei Hilfe brauchst, schicke mir gerne eine E-Mail an judith@ideenstunde.de!

Und jetzt Du!

Stelle Dir einen Timer für zwei Minuten. Mach irgendwas auf Dein Papier – eine einzelne, wobbelige Linie? Ein paar Dreiecke? Grüne Streifen? Egal. Und dann morgen nochmal. Und übermorgen wieder.

Und dann guck einfach mal, was passiert…

Hast Du noch Ideen, was man mit zwei Minuten Kreativzeit anfangen kann? Schreib sie gern in die Kommentare!

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